Der Markt um den internationalen Zahlungsverkehr ist seit dem Aufkommen von Bitcoin umkampft wie vielleicht nie zuvor. Spatestens seit Ripple zunehmend SWIFT Konkurrenz macht, sieht sich selbst die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication dazu gezwungen, ihre Monopolstellung mit technologischen Neuerungen abzusichern. Wie sich nun herausstellt, beschaftigt sich jetzt auch der US-amerikanische Bargeldtrafikant Western Union mit der Konkurrenz von SWIFT.

Western Union und Ripple: Wenn alte Bekannte aufeinanderstossen

Ripple und Western Union hatten - zumindest aus PR-Sicht - bisher nicht das beste Verhaltnis. Der Eine oder die Andere mag sich erinnern: Nach einer missgluckten Aussage vonseiten des Zahlungsdienstleisters Western Union liess es sich die Ripple-Community nicht nehmen, das Unternehmen auf dicker Flamme zu rosten. Doch wie es aussieht, lasst sich Western Union davon nicht beirren. Denn wie man in einem Interview mit Molly Shea erfahrt, testet Western Union, die Technologie von Ripple in ihr System zu integrieren.

Western-Union-Chefin Molly Shea: ,,Ein 160 Jahre altes Start-up"

In einem Podcast-Interview des Unternehmensberaters analyseasia ordnete die Hauptgeschaftsfuhrerin von Western Union Asia Pacific zunachst in der obersten Liga der Finanztechnologie-Unternehmen ein:

Wir von Western Union sagen: Wir sind das ursprungliche FinTech. Wir sind ein 160 Jahre altes Start-up. Mit dieser Geschichte, die bis 1851 zuruckreicht, haben wir viel gelernt. Wir konnten es schaffen, Flexibilitat und uns im Markt zu positionieren, ohne [...] unsere Werte aufzugeben.

So liege es auch in der DNA von Western Union, disruptiv zu sein. Deswegen wolle man grenzuberschreitende Zahlungen fur Menschen auf aller Welt gewahrleisten. Denn:

Digitale Technologien verandern die Welt. Und niemand sollte zuruckgelassen werden.

,,Physische Formen von Geld werden nicht verschwinden"

Auf die Frage hin, wie es denn um die finanzielle Inklusion von Entwicklungslandern stehe, antwortete das alteste FinTech-Start-up der Welt, dass es zumindest die Infrastruktur biete, um diese zu gewahrleisten. Dennoch glaube Shea nicht, dass Bitcoin, Ripple & Co. in der Lage seien, Bargeld abzulosen:

Physische Formen von Geld werden nicht verschwinden. Bargeld ist nach wie vor das dominante Zahlungsmittel in einem grossen Teil der [Welt]. Es ist noch zu fruh, um die Zukunft von digitalen Wahrungen vorauszusagen. [...] Aber als Unternehmen, das das Konzept, Geld zu digitalisieren, erfunden hat, sind wir gut positioniert, um dieses Gebiet fur unsere Kunden zuganglich zu machen.

Ripple soll im internationalen Zahlungsverkehr helfen

Dafur ist das Start-up nicht abgeneigt, sich technologischen Innovationen zuzuwenden. Demnach gab Molly Shea bekannt, dass man bei Western Union aktuell damit experimentiere, die Ripple-Technologie bzw. XRP fur internationale Zahlungen zu verwenden:

Blockchain und Kryptowahrungen sind dabei, sich zu entwickeln. In diesem Feld fuhren wir auch Tests durch. So experimentieren wir aktuell mit Settlement-Tests von Ripple fur bestimmte Anwendungsgebiete. Der US-Dollar und der mexikanische Peso sind hier ein Beispiel. [...]

Technische Details gab die WU-Chefin derweil nicht bekannt. Es scheint jedoch naheliegend, dass das Unternehmen XRP und xRapid verwendet, um die Ubersetzung von US-Dollar in den mexikanischen Peso reibungslos zu gewahrleisten.

Vergleicht man hier die Zahlen, durfte sich fur Kunden eine Frage aufdrangen: Warum es nicht gleich mit Kryptowahrungen versuchen? Western Union bietet Geldsendungen ab 3,90 Euro an. Zum Vergleich: Ripple-Transaktionen gibt es bereits ab 0,00001 XRP (10 Drops). Beim derzeitigen Ripple-Kurs sind das etwa 0,000003 Euro. Auch die Gebuhren fur Bitcoin sind so niedrig wie seit Langem nicht mehr.

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