Der heutige Handelstag ist von einer enormen Volatilität in vielen Marktsegmenten gezeichnet. Sowohl bei Aktien, als auch auf dem Devisenmarkt gab es deutliche Bewegungen.

Zunächst ein Blick auf den Aktienmarkt:

An den US-Börsen herrscht ein zweigeteiltes Bild. Während die Kurse an der Technologiebörse Nasdaq am Donnerstag nach einer wochenlangen Rally in die Tiefe rauschen – derzeit notiert der Index 2,3 Prozent im Minus – konnte sich der Dow Jones Industrialin etwa auf dem jüngsten Niveau behaupten. Im frühen Handel schaffte der bekannteste amerikanische Aktienindex ein Plus von 0,05 Prozent auf 29.113,95 Punkte. Damit knüpfte er an den starken Vortag an – zum Rekordhoch aus dem Februar fehlen ihm nur noch rund 450 Punkte. Dagegen müssen sowohl der S&P 500 als auch der Nasdaq 100 ihrem Höhenflug Tribut zollen, der ihnen eine Bestmarke nach der nächsten beschert hatte. Im Nasdaq muss vor allem Tesla mit einem Minus von 6,3 Prozent bluten.

Auch der deutsche Aktienmarkt ist heute sehr volatil, konnte zunächst mit einem Plus von 1,5 Prozent sehr stark in den Tag starten, wurde dann jedoch von dem Stimmungsumschwung bei US-Handelsbeginn mitgerissen. Derzeit notiert der Dax sogar wieder 0,4 Prozent im Minus, bei nun unter 13.200 Punkten.

Turbulenzen an den Devisenmärkten:

Der Euro hat heute die zum Teil deutlichen Kursverluste der vergangenen Handelstage vorerst gestoppt. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1840 US-Dollar gehandelt und damit etwa auf dem gleichen Niveau wie am Vorabend. Damit konnte der Euro die Verluste aus dem frühen Handel wettmachen, als er zeitweise unter 1,18 Dollar gefallen war. Für Entlastung sorgten Konjunkturdaten aus der Eurozone. Ein Index für die Stimmung der Einkaufsmanager, der die konjunkturelle Entwicklung im Währungsraum umschreibt, fiel im August zwar zurück. Allerdings war der Rückgang nicht so stark wie befürchtet. Am Dienstag hatte der Kurs der Gemeinschaftswährung noch erstmals seit gut zwei Jahren über der Marke von 1,20 Dollar gestanden. Seitdem konnte der Dollar nach soliden US-Konjunkturdaten und Signalen aus der EZB zu einer Erholung ansetzen, während der Euro im Gegenzug unter Druck geriet.

Neues Rekordtief für die türkische Lira

Weiter nach unten ging es mit dem Kurs der türkischen Lira, die im Handel mit dem Dollar ein neues Rekordtief erreichte. Sie leidet unter der skeptischen Haltung der Anleger gegenüber der türkischen Währung. Fachleute sehen neben der Corona-Krise auch wirtschaftliche und politische Risiken in der Türkei. Zuletzt hatte die Zentralbank des Landes den Leitzins im August auf 8,25 Prozent belassen. Angesichts des Verfalls der türkischen Lira und einer hohen Inflation müsste die Notenbank ihre Zinsen eigentlich anheben.

Bitcoin fällt unter 11.000 Dollar

Der Bitcoin ist heut ebenfalls extrem unter Druck geraten. Am Nachmittag rutschte der Kurs der ältesten und bekanntesten Kryptowährung auf der Handelsplattform Bitstamp unter die Marke von 11.000 US-Dollar. Zeitweise fiel der Bitcoin bis auf 10.653 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang August. Marktbeobachter verwiesen auf die jüngste Erholung des US-Dollar, die für Verkaufsdruck beim Bitcoin gesorgt habe. Zuvor hatte eine Dollar-Schwäche das sinkende Anlegervertrauen in die US-Wirtschaft deutlich gemacht, nicht zuletzt wegen des von vielen Seiten kritisierten Corona-Krisenmanagements der Regierung. Der Bitcoin konnte von dieser Entwicklung profitieren.

Auch politische Krisen wie die gegenwärtigen Proteste in Belarus hatten in den betroffenen Ländern zeitweise zu einer höheren Nachfrage nach Kryptowährungen geführt. Mitte August hatte der Bitcoin bei 12.473 Dollar den höchsten Stand seit etwa einem Jahr erreicht. In den vergangenen beiden Tagen geriet der Bitcoin aber unter Druck, wobei die Digitalwährung etwa 11 Prozent an Wert einbüßte.

Aus charttechnischer Sicht befindet sich Bitcoin seit einigen Wochen in einem heißen Kampf zwischen den Bullen und Bären. Der Ausbruch aus dem extrem langfristigen Abwärtstrend seit Anfang 2018 ist zwar getan, jedoch kämpft der Kurs nun mittelfristig um eine Richtung. Wichtige Unterstützungszonen sind nach dem Fall der 11.000 Dollar Marke nun die 10.500 und die 10.000 Dollar Marke. Bullisch wird es aus Sicht der meisten Analysten wieder, wenn der Kurs die Marke von 12.000 sowie 12.500 Dollar nachhaltig übersteigen kann.

Gold, das ähnlich wie Bitcoin als alternativer Wertspeicher von der derzeitigen Situation profitiert hatte, ist ebenfalls seit einigen Tagen unter Druck und musste sich wieder von der 2000-Dollar-Marke verabschieden. Momentan notiert das Edelmetall mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 1934 Dollar.

onvista-Redaktion/dpa-AFX

Titelfoto: Rabbitti / Shutterstock.com

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